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Geschichtliches

Die lange Reise der süßesten Frucht

Schon zu Zeiten von Cato (234 bis 149 v. Chr.) haben die Römer in ihren Gärten Erdbeeren kultiviert, mit Wein Erdbeerbowle bereitet, die Früchte mit Zucker und Obers gegessen oder mit Salz und Gewürzen als Beilage zu den verschiedensten Gerichten genossen. Es handelte sich dabei um Fragaria vesca, die Walderdbeere, die am weitesten verbreitete Fragaria-Art auf Erden. Fragaria leitet sich aus dem lateinischen „fragare“ (duften) ab.

Vom schwedischen Botaniker Carl von Linné (1707 bis 1778) kam das lateinische Wort „vesca“ hinzu. Es stammt von „versusa“ (essbar). Leitet man „vesca“ jedoch vom lateinischen „vescus“ (zehrend) ab, weist das auf eine weitere Eigenschaft der Erdbeere hin: Sie ist die Frucht, von der man nicht satt wird. Weniger deshalb, weil man von dieser Köstlichkeit kaum genug kriegen kann, sondern vielmehr, weil sie so kalorienarm ist.

Schon auf großen Flächen im Mittelalter kultiviert, ließ sich die Fruchtgröße der Walderdbeere allerdings mit keinem Mittel verbessern.

Das gelang erst, wenn auch zunächst noch in bescheidenem Maße, nachdem die Neue Welt entdeckt war. Dort fanden die französischen Siedler zum Beispiel entlang des Sankt-Lorenz-Stroms weite, von Erdbeeren bedeckte Flächen.

Die direkten Vorfahren der großen roten Erdbeeren, die heute den Markt bestimmen, kommen ebenfalls aus Übersee.

Wer sich noch vor ein paar Jahrhunderten am Geschmack der Erdbeere erfreuen wollte, musste mehrere Taglöhne dafür opfern. Edward I. verdanken wir die Entdeckung der Erdbeere als Genussmittel; davor wurde sie nur wegen ihrer vermeintlichen Heilkräfte gesammelt und verspeist.

In Holland tauchte um 1750 eine neue Art von Erdbeeren auf. Wegen des Geschmackes und der Form wurde sie „Ananas-Erdbeere“ (fragaria ananassa), die heutige Gartenerdbeere, genannt.